Canon EOS 5D (Classic): die perfekte Kamera für den preisbewussten Profi ;)

5 Dinge, die die Canon 5D besser kann als jede neuere Canon DSLR

Kürzlich ist es mir passiert, dass meine beiden aktuellen Canon DSLR Bodys wegen Staub auf dem Sensor etwas eingeschränkt waren, und für eine Sensor Reinigung hat mir einfach die Zeit gefehlt.

Canon EOS 5D – die „Queen Mum“ der Vollformat DSLRs

Da ich dringend auf ein Shooting wollte, habe ich mir kurz den Sensor meiner Canon 5D (Classic/Mark I) angeschaut und festgestellt, dass dort kein einziger Staubkrümel zu erkennen war. Dann habe ich mir gedacht, was soll’s, gehst du einfach mit diesem Teil zum Shooting. Da es um gut ausgeleuchtete Portraits für eine Website ging, kann ich auch gut mit der Canon EOS 5D arbeiten, d.h. auch mein Kunde hat überhaupt keine Einbussen zu erwarten… Ja, wirklich. Ist das nicht der Hammer, die gute alte „Queen Mum“!

Nachdem ich darüber kurz nachgedacht habe, ist mir aufgefallen dass es im Vergleich zu einer verstaubten aktuellen 5D (oder 6D) sogar die bessere Wahl ist – vorausgesetzt du hast die oben beschriebene Situation: genügend Licht! Aber auch abgesehen davon hat die 5D Classic immer noch einiges zu bieten. Hier erkläre ich, warum eine Kamera, die vor ca. 10 Jahren auf den Markt kam noch absolut topp ist.

Warum die Canon 5D auch heute (2017) noch eine Profikamera ist.

  1. irre Batterielaufzeit
  2. super Bedienung
  3. geniale Bildqualität
  4. echt robust
  5. geilstes Preis/Leistungsverhältnis

Aber zuerst einmal gibt’s eine kleine Kostprobe. Irgendwo in der Wüste von Nevada.

1) Batterielaufzeit

Ich habe die Erfahrung gemacht dass ein Akku einen ganzen Tag lang halten kann, auch wenn ich ständig(!) fotografiere. Als ich also kürzlich vor der Frage stand, welche Kamera ich mit auf meine USA Reise nehme, wollte ich zunächst meine kompakte Fuji X10 nehmen. Dann ist mir aufgefallen, dass die 3 Akkus der 5D locker 10 Tage reichen würden, da ich ja ich zwischendrin ja auch noch reisen wollte. Also konnte ich das Ladegerät daheim lassen. Gesagt getan. Ich kam heim und hatte 1,75 Akkus verbraucht, ein ganzer Akku war noch voll!

Der Funktionsumfang der 5D sind im Vergleich zu heutigen Kameras eher bescheiden. Zum Beispiel kann ich auf dem Display hinten nicht einmal die Kameraeinstellungen kontrollieren und sie hat auch keine Live-View Funktion, lediglich die Rückschau der Fotos. Dafür braucht sie sehr wenig Strom. Auch dadurch dass sie keinen elektronischen- sondern einen optischen Sucher hat, braucht sie weniger Power als viele das heute von ihrer spiegellosen Kamera gewohnt sind. Jedenfalls hätte ich mit jeder anderen Kamera mein Ladegerät einpacken müssen. Das ist praktisch und ich weiss garantiert, dass sie nicht aus irgendeinem Grund plötzlich doch mehr Strom benötigt (sie hat einfach keine „fancy“ Funktionen). Sie hat mich nicht im Stich gelassen.

2) Bedienung

Die Kamera hat auch eine Automatik- bzw. Programmfunktion, aber eigentlich eher zufällig. Sie ist nach einem einfachen Prinzip gebaut: „keep it simple“. Die Anzahl der Knöpfe ist gering und alle wichtigen Parameter lassen sich schnell zugänglich einstellen. Kein umständliches Menü, alles was ich brauche ist sofort zu erreichen. Besonders gefällt mir, dass beim Drehen der Räder ein gewisser Widerstand überwunden werden muss, d.h. es gibt genau definierte Raster und noch nie ist es mir passiert, dass sich ein Rad aus versehen verstellt hätte (ganz anders als bei meiner späteren 5D und besonders bei der 6D passiert das ständig). Die neueren Modelle haben zwar dafür eine „Lock“ Taste, aber an der alten 5D habe ich diese nie gebraucht und daher nie vermisst!

A propos 6D: es gibt eines was ich an ihr wirklich hasse: der fehlende Multicontroller. Es gibt einiges was sie sehr gut kann, aber wenn ich kurz den Fokuspunkt verlagern will, breche ich mir fast die Finger. Klar habe ich die Multiwippe als Selektor eingestellt, aber das ist – sorry – nur eine Krücke. Auch das Drehrad an der Wippe ist wirklich was für Plastik-Lovers und es passiert mir leider viel zu häufig dass es sich verstellt. Wenn ich die Kamera umgehängt habe und sie an mir baumelt verstellt es sich regelmässig. Schon deshalb wollte ich dann wieder eine aktuelle 5D haben. Die Räder und Knöpfe der alten 5D sind jedenfalls haptisch genau richtig austariert und das macht Freude. Die neuen Fuji X-T2 (2017) hat jetzt auch den Multikontroller bekommen um den Fokuspunkt schnell auswählen zu können. Wie die Canon 5D vor 10 Jahren. Sehr geil.

3) Bildqualität (knapp 13 Megapixel)

grand canyon colorado river

Grand Canyon mit Colorado River, Blick vom west rim

Meines Erachtens wird die Auflösung einer Kamera stark überbewertet. Immer wieder wird das Argument gebracht, dass die maximale Grösse für die Reproduktion durch die Auflösung eingeschränkt sei. Das ist nur bedingt richtig. Wenn ein grosses Format reproduziert werden soll, z.B. eine Folie für eine Fassade geplotet wird, kommt sowieso ein Interpolations- bzw. Rasterverfahren zum Einsatz. Viel wichtiger als die Auflösung ist daher die Pixelqualität. Wenn ich eine Datei auf 100% aufziehen kann, ohne dass Artefakte erkennbar sind, ist das ein grosser Unterschied zu einer grossaufgelösten Datei, deren Pixel in Wirklichkeit übel aussehen.

Low-Light: eher mässig

Manhattan Skyline, Staten Island

NYC – Manhattan Skyline, auf dem Rückweg mit der Fähre von Staten Island. Ich hatte Glück und hab’s zur blauen Stunde erwischt.

Es gibt an der Canon 5D eigentlich nur eine Einschränkung was die Bildqualität anbelangt: sie ist eher schwach bei wenig Licht – bei ISO 800 ist also Schluss. Wenn du genügend Licht zur Verfügung hast, ist sie den meisten aktuellen Kameras tatsächlich noch gewachsen (und das nach 10 Jahren technologischer Entwicklung!). Eigentlich erschreckend für alle aktuellen Modelle. Natürlich gibt es Kameras mit mehr Auflösung. Wenn ich die Fotos dann aber am Bildschirm bei 100% vergleiche, fällt mir auf dass die 5D auf gleicher Höhe ist. Das läuft ungefähr so: wenn ich an einer durchschnittlichen APS-C Kamera das Foto auf dem Display sehe, denke ich „wow“. Schaue ich es mir dann später auf dem Monitor an, denke ich: „naja“. An der 5D ist es umgekehrt: wenn ich das Foto auf dem Display der Kamera sehe, denke ich „naja“. Dann schaue ich es am Mac an und denke „wow“.

Im direkten Vergleich mit einer späteren 5D sieht es auch nicht wesentlich besser aus. Das liegt daran, dass eine höher aufgelöste Kamera in den dunklen und unscharfen Bereichen auch mehr undefinierte Pixel aufnimmt. Wenn du das Bild anschliessend herunter rechnest, werden diese Pixel wieder eliminiert – das ist einer der Vorteile der hohen Auflösung. Aber an der 5D sehen auch bei 100% die Pixel immer noch sehr gut aus. Also kann ich die Prints auch bei maximaler Auflösung uneingeschränkt verwenden. Allerdings wird es bei ISO 800 dann knapp. Dort wäre eine höhere Auflösung von Vorteil, damit wieder Pixel heraus gerechnet werden könnten.

Natürlich gibt es Situationen, in denen du die grosse Auflösung brauchst. Aber willst du deshalb IMMER die grossen Dateien haben? Es braucht mehr Platz auf der CF Karte, mehr Platz auf der Festplatte und mehr Zeit und Platz für das Backup. Deshalb: wenn du genügend Licht hast, brauchst du keine andere Kamera. Die 5D ist immer noch ein Volltreffer in Sachen Bildqualität.

4) Robustheit

Canon EOS 5D – ein echtes Arbeitspferd

Vor langer Zeit hat mir mein Cousin erzählt, er hätte auf seiner Südamerika-Reise Leute gesehen, die mit ihrer Rollei 35 Zeltheringe eingeschlagen hätten. Ehrlich gesagt, das würde ich mit meiner Rollei nicht machen.

Die Canon 5D ist unheimlich robust gebaut. Sie ist einfach unverwüstlich. Ich habe mich immer gefragt, warum sie so schwer sein muss und ob man da nicht mehr optimieren könnte, damit ich mir beim tragen leichter tue. Inzwischen weiss ich dass die Zielsetzung einfach eine andere ist: egal wo auf der Welt du unterwegs bist, das Teil soll einfach alles aushalten, auch nach Jahren. Und inzwischen schätze ich das sehr. Andere Kameras aus meinem Sortiment haben bereits das Zeitliche gesegnet. Auf die 5D kann ich mich immer noch verlassen. Und wenn’s sein muss würde ich damit auch einen Zelthering einschlagen.

5) Preis-Leistung

Ok sie kann nicht filmen im Gegensatz zu ihrer Nachfolgerin 5D Mark II (und allen neueren Modellen). Davon abgesehen: neben der Canon 5D gibt es noch die Fuji X-Pro 1 und wahrscheinlich auch ältere Nikon Vollformat SLRs für unter 500.- €, die was taugen (da kenne ich mich nicht aus).

Ausserdem: es ist allgemein bekannt dass Kameras, die das zehnfache kosten, nicht zehnmal so gut sind. Es kann dir passieren, dass du für eine 10% Steigerung der Bildqualität den vier- oder fünffachen Preis bezahlen musst. Tatsächlich ist das gerade der Fall, wenn du die Canon 5D Mark II und die 5D Mark III (oder Mark IV) vergleichst. Es sind neue Funktionen dazu gekommen, wie z.B. der coole Autofokus der Mark III oder Dual Pixel an der Mark IV. Bezogen auf die Bildqualität ist der Zuwachs aber (leider) bei wenigen Prozenten geblieben – oder die ältere Kamera sogar der neueren überlegen, so z.B. ist beim Dynamikumfang oder bei der Auflösung die Mark II in manchen Bereichen besser als die Mark III (Quelle: dxomark.com). Oder die viel günstigere 6D ist in low-light Situationen besser als die 5D Mark III, usw.

Ja, es stimmt dass eine Billig-Kamera noch besser im Preis-Leistungsverhältnis abschneidet, weil die ja auch schöne bunte Fotos macht… aber die 5D Classic ist einfach ein genialer Kompromiss aus Preis und Bildqualität. Nochmals zurück zu meiner USA Reise: es können immer mal unvorhergesehene Dinge passieren. Ein Gepäckstück geht verloren, ich lasse sie irgendwo liegen oder die Putzkolonne wittert die Chance eines extra Trinkgeldes… ich hätte mich gestresst gefühlt mit der neuesten Kamera, und das trübt das Reiseerlebnis mehr als eine halbe Blendenstufe weniger Dynamikumfang…

Fazit

Du kannst gerne anderer Meinung sein, oder du kennst vielleicht eine Kamera, die es dir echt angetan hat und mit der du durch dick und dünn gegangen bist. Lass es mich wissen! Und machen wir uns nichts vor. Es gibt Tests bei denen Fotografen eine Reihe Fotos einschätzen sollten – ob sie mit einer Leica oder einer anderen Kamera gemacht wurden. Der Betrachter kann es nicht beurteilen, man sieht es dem Foto nicht an… viel wichtiger ist doch wie du mit dem Teil zurecht kommst… wie du siehst… was du draus machst… und ich bleibe dabei, die Canon 5D (Classic) ist die perfekte Profikamera für den preisbewussten Fotografen 😉 Ciao Leute.

6 comments

  1. Danke für diesen interessanten Beitrag! Ich habe lange nach einem aktuellen Test dieser „Oldtimer“-DSLR gesucht, denn ich habe die Möglichkeit, eine käuflich zu erwerben. Es ist der einzige aussagekräftige Beitrag, den ich gefunden habe. Ein Berufsfotograf hat mich mal auf gewisse Vorzüge älterer Vollformat-Chips mit geringerer Auflösung hingewiesen, er meinte, sie würden tatsächlich weniger Bildfehler als die „Megapixel-Monster“ produzieren und deshalb qualitativ bessere Bilder machen. Stimmst Du dem zu? Ich habe sehr lange mit Amateur-EOS-Modellen fotografiert (zuletzt 50D), habe aber immer mit einer Vollformat-Kamera geliebäugelt. Aber der astronomische Kaufpreis hat mich immer abgehalten. Vor zwei Jahren bin ich auf Grund der Begeisterung eines befreundeten Profi-Fotografen auf FUJI X umgestiegen, besitze seit neustem die X-T2 und ich finde diese Kamera in jeder Sicht herausragend. Die X-T2 muss meiner Meinung nach den Vergleich mit der EOS 5d Mk III nicht scheuen (mein Freund hat mir das bestätigt, er hat selbst eine Mk III) und spätestens beim Preis-Leistungs-Verhältnis kann Canon einpacken. Doch nun zurück zur „5d Classic“, wie Du sie bezeichnest: Da juckt es mich jetzt nach Deinem Bericht doch wieder in den Fingern. Ich möchte sie vor allem wegen der gestalterischen Möglichkeiten bei Vollformat, den Hintergrund so schön in Unschärfe zu tauchen (ich kenne das bisher nur vom Hören-Sagen…). Du hast ja anscheindend auch eine FUJI. Wie würdest Du die reine Bildqualität der alten EOS 5d im Vergleich mit einer neuen FUJI bewerten?

  2. Hallo Martin,
    danke für deinen Kommentar und für dein schönes Feedback!
    Zunächst möchte ich eine kleine Einschränkung vornehmen: bitte verstehe meinen Blogpost nicht als Test im eigentlichen Sinne. Ich gebe hier meine subjektive Erfahrung wieder und sicher ist da auch eine gehörige Portion Emotion oder sogar Romantik mit dabei. Ich bin kein Testlabor und habe auch keines. Aber in ein paar Punkten stehe ich definitiv zu dem gesagten:
    – ich habe bis vor ca. 1,5 Jahren noch JEDEN Auftrag mit der 5D fotografiert und niemals war die Bildqualität (oder sagen wir das Ergebnis) unter den Erwartungen meiner Kunden. Zu dem Zeitpunkt habe ich mir eine 5D iii ausgeliehen und eine 6D gekauft, und zwar hauptsächlich, weil meine 5D nicht mehr über USB direkt auf die Festplatte gespeichert hat. Das war für mich der Grund auf eine neue Kamera zu setzen. Dann habe ich alle drei mit verschiedenen ISO Werten und demselben Motiv verglichen. Bis 800 ISO war kaum ein Unterschied auszumachen. Das hat mich wirklich geschockt. Darüber: zum Teil deutlicher Unterschied erkennbar. Meine Erwartung, dass das Rauschen in dunklen Bereichen bei den neuen Modellen praktisch weg sei, wurde aber definitiv enttäuscht.
    – ich mache keine Messungen über die Leistung meiner Kameras, aber ich schaue mir praktisch IMMER die RAWs auf 100% am Bildschirm an. Da siehst du sofort, ob der Fokus wirklich gesessen hat und wie die Pixel-Qualität ist. Bei der 5D ist sie einfach traumhaft. Oder anders gesagt: bei den neueren wiederum nur minimal anders. Ich persönlich fotografiere immer in RAW (was meine Canons betrifft) und entwickle die Fotos dann. Am Ergebnis sieht man nicht mehr, mit welcher Kamera fotografiert wurde.
    – leider kann ich keinen Vergleich zur aktuellen Fujifilm anbieten. Ich habe die X-T10 und bin damit sehr zufrieden. Dort fotografiere ich allerdings meistens JPG und bisher nur für private Zwecke. Der Workflow ist definitiv ein anderer, ich stelle den Bildstil in der Kamera ein und das war’s. Das geht bei Fuji auch wirklich sehr viel besser als mit den Canons Picture Styles, allein weil ich bei Fuji die Tiefen und Lichter einzeln „tunen“ kann. Ich kenne aber einige Profis, die ihre 5D iii bereits verkauft haben und z.B. nur noch die X-T2 mit Boost-Griff nutzen. Ich kann dir leider keinen seriösen Vergleich liefern, weil ich mit meiner Fuji nicht denselben RAW Workflow durchlaufe wie mit meinen Canons und nicht das aktuelle Modell nutze.
    – ich beobachte immer wieder, wie Fotografen davon berichten dass sie am meisten gelernt haben, indem sie sich auf eine (oder zwei) Festbrennweiten oder Kameras beschränkt haben. Diese Philosophie übt auch auf mich einen grossen Reiz aus und ich kann das voll und ganz bestätigen: es geht um deine Sichtweise und darum, wie du einen Moment erlebst und visuell in Szene setzt. Alles andere ist zweitrangig. Mit dieser Idee im Kopf, kann ich die 5D sehr empfehlen. Wenn es dir in erster Linie darauf ankommt, mit den Möglichkeiten der Schärfentiefe zu experimentieren, würde ich eine 5D und ein 50er 1.8 nehmen und damit losziehen. Sehr gut dafür ist auch ein 35er mit Blende 2.0 geeignet. Was du damit entdecken kannst, beschäftigt dich wahrscheinlich über Jahre. Sicher hat deine X-T2 die bessere Bildqualität, aber wenn es dir ums ausprobieren und lernen geht, würde ich es riskieren.

    Ich denke es ist wichtig zu wissen was ich erwarten darf und was nicht, wenn ich mir Hardware zulege. Ich selbst experimentiere viel mit unterschiedlicher Ausrüstung. Öfters kaufe ich mir z.B. ein Objektiv gebraucht, arbeite damit und dann entscheide ich ob es dauerhaft im Rucksack bleibt oder nicht. Verkaufe ich es wieder, habe ich kaum Geld verloren, und mein Equipment passt immer besser zu meinen Anforderungen oder meinen Vorlieben. Wenn du die Stärken und Schwächen der Ausrüstung kennst, kannst du sie auch ausreizen. Und ein Fotograf, der seine Ausrüstung ausreizen kann macht bessere Bilder als einer, der die neueste Ausrüstung hat, aber damit nicht gut umgehen kann.

    Daher: Bildqualität schlechter als deine Fuji, Freistellungs-Potential besser, Lernpotential sehr gut. Wenn du Lust hast, lass mich wissen, wie es bei dir weiter ging…
    lieben Gruss Martin

  3. Danke für deinen Erfahrungsbericht!
    Stehe vor der Wahl zwischen einer 5D classic mit dem 1.8 50mm stm oder einer mordernen panasonic gx80 mit 25mm 1.7. Möchte in die Fotografie eintauchen, der Vollformatsensor juckt mich schon sehr, die Möglichkeiten die die gx80 für diesen Preis bietet sind jedoch unglaublich. Was ist deine Meinung dazu bzw. was würdest du mir bzgl Bildqualität raten? Vollformat vs. Micro 4/3!
    Vielen Dank!

    • Hallo Philipp, vielen Dank für deinen Kommentar!

      Es handelt sich natürlich um zwei grundverschiedene Modelle, die du dir ausgesucht hast. Die Panasonic ist eine Consumerkamera auf der Höhe der Zeit, die Canon ist eine Profikamera von vorgestern.

      Du kannst die Entscheidung aus unterschiedlicher Perspektive anschauen:
      – die Panasonic bietet hundert Möglichkeiten, die die Canon nicht hat, wie z.B. Film (4K), viele Autofokus-Felder, eine Unmenge an Programmen und Automatiken, sei es für die Belichtung, Reihenaufnahmen, Scharfstellung, usw. inklusive natürlich dem Liveview. Die Canon dagegen hat viele dieser Möglichkeiten nicht, dafür ist sie auf ein Minimum reduziert, wodurch sich die Arbeit mit ihr eher „analog“ anfühlt
      – Eine andere Sache ist, das Kamera-System für das du dich entscheidest. Am Micro 4/3 kannst du sehr viele Objektive anderer Hersteller verwenden, an der Canon hast du die vielleicht besten Linsen überhaupt zur Verfügung
      – du solltest auch beachten, dass die Canon sehr viel grösser und schwerer ist als die Panasonic. Ich weiss nicht, wie viel Gepäck du insgesamt dabei hast wenn du fotografieren willst. Ist das Fotografieren die Hauptsache, macht es vielleicht nichts aus, aber wenn du einfach mal die Kamera mit einpacken willst, schon eher
      – ich würde die Panasonic vorziehen, wenn du alles mögliche einfach mal ausprobieren willst – inklusive filmen. Das kann aber auch verwirrend sein. Wenn du in die Fotografie einsteigen willst und dabei die Grundlagen kennenlernen möchtest, finde ich die Canon besser geeignet. Du brauchst nicht so lange Menüs zu durchsuchen, wenn du z.B. die Belichtung manuell einstellen willst. Die Canon wäre die beste Wahl, wenn du „langsam“ fotografieren willst, also mit viel Zeit und Musse.

      Um dir eine der beiden Kameras zu empfehlen, müsste ich mehr darüber wissen, wie oder was du fotografieren möchtest. Ich denke du kannst mit beiden Kameras tolle Fotos machen, ich glaube nicht dass mit einer der beiden etwas bestimmtes nicht gehen sollt (abgesehen vom Filmen). Aber es ist sicherlich eine vollkommen unterschiedliche Art der Herangehensweise – ob du dich für die Panasonic oder die Canon entscheidest.

      Wie auch immer du dich entscheidest, ich wünsche dir viel Freude dabei und immer gutes Licht!

  4. Hi Martin,
    ein schöner Beitrag. Ich habe eine gebrauchte Ur-5D meiner Frau geschenkt, zusammen mit einem Sigma Art 50mm 1.4; Den tollen Bildlook für 1000€ zu bekommen, ist wirklich eine Weiterempfehlung wert. Nur, weil wir eingeredet bekommen, dass etwas alt sei, heißt das nicht, dass es schlechter wird, nur weil etwas jüngeres in Details besser ist.
    Leider wird in die Exif-Dateien der Name des Vorbesitzers eingeschrieben. Weißt du zufällig, wie man die Copyright-Daten ändern kann? Im Menü geht das ja nicht, so wie es bei jüngeren EOS gemacht wird.
    Viele Grüße & schön, dass du diesen Fotoapparat in deinem Eintrag würdigst.
    Dominic

    • Hallo Dominic,
      ich danke dir herzlich für deinen Kommentar! Ich sehe das genauso, wenn man an einer Kamera etwas kritisiert sollte man erst einmal die Grenzen ausgelotet haben. Mit der Canon EOS 5D kannst du ein halbes Leben lang die Grenzen ausloten, bevor du dich beschweren kannst dass das Foto schlecht geworden ist wegen der Hardware 😉
      Wenn du die Copyright Daten ändern willst, musst du sie via USB an den Mac/PC hängen und das EOS Utility starten. Dort kannst du den neuen Namen dann irgendwo einrichten. Bei den neueren Modellen geht das im Menü, aber die 5D Classic benötigt dafür das EOS Utility von Canon.
      Ich wünsche dir noch viel Spass und immer gutes Licht!
      lieben Gruss, Martin.

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