Mondsüchtig… Nachtaufnahmen mit dem Novoflex 400 mm Teleobjektiv aus den 70er Jahren

Gestern Abend war eine gute Gelegenheit mein „neues“ 400-mm Teleobjektiv auszuprobieren. Dieses Gerät habe ich bei einer Haushaltsauflösung erstanden („Gerät“ trifft es am besten). Bei Tag kann man damit nicht rumlaufen, weil es leicht mit einer Panzerfaust verwechselt werden kann. Also habe ich mich nachts aus dem Haus geschlichen und den Mond „abgeschossen“. Später habe ich eher zufällig erfahren, dass es eine ideale Nacht dafür war. Der Mond würde Zeit meines Lebens nie wieder so nah zur Erde kommen…

Vollmond (Novoflex 400/5.6 an der Canon 5D)

Vollmond (Novoflex 400/5.6 an der Canon 5D)

 

Vollmond

Vollmond

Novoflex 400mm 5.6 mit Pistolengriff

Es war einmal das Top-Objektiv aller Tier- und Sportfotografen (jedenfalls Anfang der 70er Jahre). Die optische Qualität ist wirklich erstaunlich gut, allerdings ist die „Handhabung“ eher nicht zutreffend, „Stativhabung“ wäre da der passendere Ausdruck. Die Scharfstellung sollte mit dem Pistolengriff funktionieren, aber ein Milimeter Weg am Pistolengriff verlagert die Schärfeebene schon sehr stark nach vorne oder hinten. Vielleicht bin ich auch zu grobmotorisch veranlagt, und/oder wir haben heute eine andere Vorstellung von „Schärfe“. Also dient der Pistolengriff als Grobeinstellung und danach kann mit dem Balgengerät die Feinjustierung vorgenommen werden. Das ganze Prozedere geht nur mit Stativ  und einem Motiv, das sich ähnlich langsam bewegt wie der Mond (von der Erde aus betrachtet). Ausserdem habe ich die Spiegelvorauslösung aktiviert und den Selbstauslöser, damit Verwacklungen durch das Auslösen vermieden werden.

Und so sieht es aus (Handyfoto):

Novoflex Schnellschuss Objektiv

Novoflex Schnellschuss Objektiv

Die Bildqualität ist jedenfalls der Burner. Leider kann es seine Stärken nur selten ausspielen, weil der Aufwand für die Aufnahmen immens ist, aber ich werde weiter damit experimentieren.

Hier noch ein 100% Crop. Es ist ein unbearbeiteter RAW-Screenshot aus Lightroom mit tollem Bokeh. Der Abstand zum Motiv war ca. vier Meter.

 

1 comment

  1. Inzwischen hat mich das Objektiv wieder verlassen. Es lag dann doch nur rum. Mein Vorhaben, es mal für Portraits einzusetzen liess sich praktisch nicht umsetzen.
    Als ich im Technischen Museum in Berlin war, ist mir aufgefallen dass dieses legendäre Objektiv dort noch fehlt. Also habe ich es dem Museum vermacht. Es ist jetzt zu begutachten in der Abteilung „Fotografie“.

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