5 Tipps wie du mehr aus deiner Fujifilm X-T10 X-T20 herausholst

Warum die Fujifilm X-T10 meine neue Reisekamera ist.

Ja, ich weiss, gerade ist die aktuelle X-T20 erschienen und die hat jetzt 24 Megapixel und Trans III und überhaupt und alles wird immer besser und ich weiss das schon aber ich kann es nicht mehr hören-Gedöns. Um es klar zu stellen: es ist mir nicht wichtig das neueste Equipment zu haben. Aber es ist mir wichtig, das beste Equipment zu haben, das für einen adäquaten Preis zu haben ist. Wir alle stellen – bewusst oder unbewusst – täglich Kosten-Nutzen-Rechnungen auf wenn wir etwas entscheiden. Ich könnte einen Mercedes SL fahren, du könntest einen Ferrari kaufen, aber die Sache ist doch so: der Preis wäre einfach zu hoch. Und damit meine ich nicht den Geldwert, sondern die Konsequenzen, die es für dein Leben hätte.

Genauso gehts mir mit einer Reisekamera. Unterwegs musst du immer mal mit Lateralschäden rechnen, es geht was kaput, wird nass oder geklaut usw. da will ich mir doch nicht die Reise-Laune verderben. Immer auf alles aufpassen zu müssen finde ich schrecklich. Ständig ein Rucksack voll Ausrüstung zu tragen ist furchtbar. Und wenn dann der Moment kommt wo alles stimmt und das Super-Teleobjektiv liegt leider in der Hütte oder im Auto – dieser Moment frustriert doch. Also – für mich ist die Fujifilm X-T10 eine Kamera, die bei überschaubarem Risiko und tragbarem Gewicht (!) mir tolle Möglichkeiten eröffnet und super Ergebnisse erzielt.
Deshalb ist sie meine neue Reisekamera.

Apropos Reisekamera – mit der Fujifilm X-T10 X-T20 in Spanien

Mit welchen Überlegungen und Einstellungen ich noch mehr Spass damit habe, verrate ich hier:

5 Tipps wie du noch mehr aus deiner Fujifilm X-T10/X-T20 heraus holst:

1) Aktiviere die Gesichtserkennung beim Autofokus

Ein grosser Vorteil der meisten Mirrorless-Systeme gegenüber den meisten DSLR-Kameras besteht in den modernen „Spielereien“, die diese Kameras zur Verfügung stellen. Ich lege zwar keinen gesteigerten Wert auf „Spielereien“, aber die Gesichtserkennung beim Autofokus finde ich wirklich sehr nützlich. Zudem erkennt die Fujifilm 1) ein Gesicht und 2) die Augen – und stellt dann auf die Augen scharf. Das erspart dir zwei Dinge:
1) du brauchst nicht den aktiven Fokuspunkt fürs Fokussieren benutzen, um anschliessend den Ausschnitt zu bestimmen – besser bekannt als „Focus & recompose“.
2) du brauchst nicht den Autofokus-Punkt extra für die Aufnahme auszuwählen – denn in den seltensten Fällen möchtest du das Auge genau dort haben, wo sich der Fokuspunkt der Kamera befindet.Es hat aber auch einen Nachteil:
Manche Einstellungen der Kamera sind abhängig von anderen Einstellungen. Logisch ist, dass ein Umschalten auf manuellen Fokus die Autofokus-Optionen deaktiviert.Es gibt aber noch mehr solcher Abhängigkeiten. Wenn du die Kamera auf Gesichtserkennung einstellst, deaktiviert sie das Menü für die Belichtungs-Messmethode. Das heisst du kannst nicht mehr zwischen Mehrfeld, Integral oder Spotmessung auswählen. Irgendwie ist das auch logisch, d.h. die Kamera belichtet bei einem erkannten Gesicht automatisch auf das Gesicht. Ich weiss jedoch nicht, ob ich nicht manchmal die Messmethode umschalten würde, solange kein Gesicht im Sucher auftaucht. Das gestaltet sich dann eher umständlich, da zuerst die Gesichtserkennung deaktiviert werden müsste. Bisher habe ich es noch nicht gebraucht. Eine mögliche Lösung wäre es, einfach die Belichtungskorrektur zu benutzen, die ja sehr gut erreichbar ist.
Das Bedienen der Belichtungs-Korrektur wird bei Fujifilm Kameras sowieso zur zweiten Natur, ganz anders als bei meinen DLSR-Modellen.

2) Schalte den Hochleistungsmodus ein

Für mich ein echter Nachteil der Mirrorless-Systeme: es braucht leider mehr Strom als meine DSLR mit optischem Sucher. Auch das Umschalten vom hinteren Display auf den EVF im Sucher finde ich quälend langsam. Nun denn. Damit nicht alles noch langsamer geht, habe ich im Power-Management den sog. „Hochleistungsmodus“ angeschaltet (allerdings ohne dass ständig fokussiert wird). Ja, es braucht mehr Batterieleistung, aber ein wenig mehr Geschwindigkeit kann nicht schaden.

3) ISO-Einstellung auf eine Funktionstaste legen

Leider hat die X-T10 ja links oben nicht das ISO-Wahlrad der X-T1 geerbt. Stattdessen ist dort das DRIVE-Einstellrad zu finden.
Wie kann ich also den ISO Wert umschalten?Viele aktuelle Kameras haben heute eine Reihe von Funktionstasten. Das heißt dass du auf eine der Funktionstasten eine gewünschter Menüeintrag legen kannst. Ich finde das nicht immer sinnvoll, denn irgendwann weiss ich nicht mehr, auf welcher Taste welche Funktion liegt. Bei der Fujifilm ist das glücklicherweise recht elegant gelöst. Zwar sind die Knöpfe, die programmiert werden können, gar nicht mehr beschriftet (autsch), aber durch ein langes Drücken wird die Funktion angezeigt.Ich lasse grundsätzlich mal lieber so viele Funktionen in der Original-Belegung wie möglich, aber zwei Anpassungen erschienen mir besonders hilfreich.
Die Auto-ISO Funktion ist wirklich sehr gut und vereinfacht die Handhabung besonders, wenn du im A-Modus (Blendenvorwahl) bist. Wenn ich aber trotzdem mal den Wert kurz umschalten will, mache ich das mit dem Dreh-Rad auf der Vorderseite der Kamera. Dieses habe Ich so programmiert, dass ich beim Drücken des Rades den ISO-Wert ändern kann. Damit erspare ich mir das Menü (ebenso wie das Quick-Menü) und ich habe die Einstellung IMMER griffbereit.

4) Lege die Belichtungskorrektur für den Blitz auf eine Funktionstaste

Wie oben bereits beschrieben, kannst du einzelne Tasten mit der gewünschten Funktion belegen. Da die X-T10/X-T20 so einen praktischen internen Blitz hat, hat mir die Belichtungskorrektur für den Blitz gefehlt. So ein kleiner Aufhellblitz ist eine tolle Sache, aber nur wenn ich ihn herunter regeln kann. Gesagt getan, die Blitzbelichtungskorrektur liegt bei mir jetzt auf der rechten Seite der Multifunktions-Wippe. Das ist wirklich sehr praktisch, denn der eTTL-Blitz ist sehr nützlich wenn du ein Gesicht aufhellen möchtest. Dazu empfiehlt es sich aber 2/3 unter der errechneten Leistung zu bleiben, sonst wirkt es schnell zu künstlich. Einziger Nachteil: wenn ich die Kamera mit einer Hand halte und sie fest umschliesse, aktiviere ich schon mal diese Taste. Immerhin passiert nicht mehr. Das Gehäuse ist eben ultra-kompakt, bei allen Vor- und Nachteilen.

5) Packe ein kleines Tischstativ ein

Wenn du unterwegs fotografieren möchtest, ist das beste Licht bei Sonnenaufgang oder bei Sonnenuntergang. Gerade wenn du in den Genuss der tollen Farben einer Fujifilm Filmsimulation kommen möchtest, lohnt es sich früh oder spät zu fotografieren. Leider brauchst du dann schnell mal eine lange Belichtungszeit. Normalerweise kann ich mich kaum überwinden ein Stativ einzupacken. Jetzt habe ich aber eines gefunden, das mich restlos überzeugt: Manfrotto DIGI (709B). Es trägt sogar eine Vollformat-DSLR – zumindest im Querformat. Die Fujifilm X-T10/X-T20 lässt sich durch den Kugelkopf sogar hochkant darauf befestigen.Klar, es ist nur ein Tischstativ und hat eine Höhe von 11 cm. Es ist aber unheimlich robust, und überall wo du etwas zum draufstellen findest, steht es bombenfest. Ich habe selten ein so toll verarbeitetes Stativ mit einem Minimum an Packmass und Gewicht gesehen.

Bonustipp: Packe einen Drahtauslöser ein

Was bitte ist ein Drahtauslöser? Gibt es das überhaupt noch? Ehrlich gesagt, die zweite Frage kann ich nicht beantworten, denn ich habe meinen noch aus der Zeit, als man so was benutzt hat. Zur ersten Frage: es ist so was wie ein Bremszug am Fahrrad nur anders herum. Klar, oder?Es ist ein kurzes Kabel, das auf den auslöser gescgraubt wird. Achtung: ausser Fujifilm hat praktisch kein hersteller mehr ein solches gewinde am Auslöser. Ist er ein al dran, kannst du damit den Auslöser betätigen ohne dass es zu verwacj Klungen kommt. Ideal also in Verbindung mit langen belichtungszeiten und auf dem stativ!Ein unangefochtener Vorteil: das Teil wiegt so gut wie nichts und es braucht keine Batterien. Gerade in Verbindung mit dem Tischstativ ist der Drahtauslöser sehr nützlich. Zwar kannst du gut auf den Selbstauslöser umschalten, aber wenn es darauf ankommt im richtigen Moment auszulösen, ist ein Drahtauslöser klar im Vorteil. Die Auslösung der Kamera ist so schön butterweich, dass es wahrscheinlich auch ganz ohne geht. Aber um auf Nummer sicher zu gehen: lieber einen einpacken.

Zuletzt noch etwas, was mir nicht so gut gefällt:

  • Ich kann nicht genau sagen, wieviele Aufnahmen ich pro Akku machen kann. Aber für ein 2,5 Tages-Ausflug nach Heidelberg haben 2 Akkus nicht gereicht. Das ist mies. Zum Glück hatte ich 3 dabei, aber den hohen Stromverbrauch bin ich nicht gewohnt. Zudem ärgert mich, dass die Leistung des Akkus gerade noch 2/3 anzeigt und kurz darauf ist er komplett leer. Vielleicht wird das mit mehreren Ladezyklen besser (die Akkus sind noch sehr neu), aber ich hoffe da eine bessere Lösung zu finden.
    Insgesamt schränkt das die Kamera als Reisekamera für mich etwas ein. Es ist kein Kriterium, wenn ich mit Gepäck reise, in dem sich das Ladegerät befindet. Bin ich aber 1 Woche mit dem Rucksack unterwegs, würde ich versuchen ohne Ladegerät auszukommen. Dass der EVF immer Strom braucht und irgendwann die Kamera nicht mehr zur Verfügung steht mangels Akku, ist nicht so toll. Da hätte ich mit einem optischen Sucher definitiv mehr Freude.
  • Die Aluräder auf der Oberseite finde ich einfach genial zum Bedienen, sie sind einfach sehr gut erreichbar und ich muss nicht im Menü suchen gehen. Allerdings verstellen sie sich auch mal, z.B. wenn ich die Fuji in eine enge Tasche verstaue und sie dann wieder raushole. Da wäre eine Lock-Funktion hilfreich, wie sie die grössere X-T1 / X-T2 hat.

Fazit

Ich sollte vielleicht noch sagen, dass ich mit meiner Fuji Ausrüstung nur privat fotografiere. Doch hier erfüllt sie meine Erwartungen absolut, und sie macht definitiv viel Freude. Dieses analoge Feeling, das leichte und kompakte Gehäuse und die super tollen Farben – all das ist ideal für mich, wenn ich einfach unterwegs ein wenig Spass und tolle Bilder haben will.

Links

Bonus-Tipp fürs Stromsparen

Wie bereits erwähnt, benötigt eine Kamere mit elektronischem Sucher mehr Strom als eine Spiegelreflex-Kamera, deren Sucher ja optisch aufgebaut ist – als stromlos. Wie kann ich also meinen Akku schonen und etwas Strom sparen? Die Fuji X-T10 X-T20 hat verschiedene Modi zur Verfügung [VIEW MODE – rechts vom Sucher], über die ich steuern kann wie und wann welches Display zum Einsatz kommt:

  • Sensor:
    Die Kamera schaltet zwischen Display und elektronischem Sucher hin- und her, gesteuert vom Sensor
  • nur EVF (elektronischer Sucher):
    der elektronische Sucher ist immer an
  • nur LCD (Display auf der Rückseite):
    das Display ist immer an
  • nur EVF + Sensor:
    der elektronische Sucher geht nur an, wenn du mit dem Auge durchschaust

Die letzte Einstellung verspricht die stromsparendste zu sein, denn dann schaltet sich der Sucher jedesmal ab, wenn du mit dem Auge/Gesicht dich vom Sucher entfernst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.